Energiebedarf: was, wie viel und wo?

Die Stahlproduktion erfordert den Einsatz großer Mengen an Energie, auch wenn im Elektrostahlverfahren deutlich weniger Energie eingesetzt wird als bei der klassischen Hochofenroute.

Jeweils rund ein Drittel unseres jährlichen Stromverbrauches von ca. 800 GWh (entspricht ca. 1% des Gesamtbedarfs in Bayern) entfällt auf die beiden Elektrolichtbogenöfen.

Im Durchschnitt werden für die Produktion einer Tonne Flüssigstahl ca. 500 kWh Einschmelzenergie (Summe Strom und Erdgas) benötigt.

Der zweite große Energieträger Erdgas wird zu mehr als zwei Dritteln im Stoß- und Hubbalkenofen eingesetzt.

Energieträger: Anteil am Gesamtenergieverbrauch der LSW 2016 in %
Hauptenergieverbraucher der LSW bei Strom und Erdgas
Hauptenergieverbraucher der LSW bei Strom und Erdgas

Energiemanagement: Wieso machen wir das und was bringt es?

Die Themen Energieverbrauch, Energiekosten und Energieeffizienz sind bereits aus Wettbewerbsgründen wichtige Einflussgrößen für den Erfolg eines Unternehmens. Neben dem ökonomischen Aspekt spielen ökologische Aspekte, wie Klimawandel und Verknappung von Rohstoffen, eine sehr bedeutende und zunehmend größere Rolle. Zu diesem Zweck ist LSW freiwillig nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert.

Energieeinsparung kostet Geld!

Energieeinsparung durch ein erfolgreiches EnMS ist allerdings nicht automatisch gleichbedeutend mit einer Senkung der Kosten. Zwar konnte z. B. durch den Einsatz von Bodenspülern der jährliche Energiebedarf an den EAF um 11 Mio. kWh reduziert werden, jedoch gehen diesen Einsparungen jedes Jahr Investitionen, z. B. für die kontinuierliche Prozessanalyse, Beteiligung an Forschungsprojekten, Anlagenmodernisierung etc., voraus. Im Jahr 2015 beispielsweise mussten je Euro erzielter Kostensenkung mehr als 8 Euro investiert werden.

Energieeffizienz-Netzwerk Elektrostahl

Um einen Beitrag zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Zielen der Bundesrepublik Deutschland zu leisten, nimmt LSW am Energieeffizienz-Netzwerk Elektrostahl teil. Das Netzwerk ist aus einer gemeinsamen Initiative der Bundesregierung und den Wirtschaftsverbänden entstanden und ist Bestandteil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE). Die am Netzwerk teilnehmenden Werke haben sich eine Energieeinsparung von insgesamt 100 GWh bis Ende 2017 als gemeinsames Ziel gesetzt.